Was ist das Osterschießen?
Ostern lässt sich in Berthelsdorf nicht nur sehen, sondern auch hören. Lautstarke Schläge begleiten die Osterzeit und gehören zur örtlichen Überlieferung. Der Brauch ist auch aus anderen Teilen der Oberlausitz bekannt. In Berthelsdorf verbindet ihn die private Dokumentation eng mit der Nacht vor dem Ostersonntag und dem frühen Ostermorgen.
Die Fotos erzählen zugleich von etwas Leiserem: vom Warten, vom Zusammensitzen und von Gesprächen am Feuer. Das Treffen selbst ist ein wesentlicher Teil der Erinnerung. Menschen bleiben über Stunden zusammen, bis sich der Himmel über den Wiesen aufhellt.

Woher kommt der Brauch?
Die frühere Berthelsdorfer Dokumentation bringt das Osterschießen mit älteren Frühlings- und Lärmbräuchen in Verbindung: Der Winter sollte verabschiedet und die neue Jahreszeit begrüßt werden. Ein genaues Ursprungsjahr nennt sie nicht. Die Vorstellung einer jahrhundertealten Entwicklung ist deshalb als überlieferte Deutung zu verstehen, nicht als nachgewiesenes Gründungsdatum.
Für die heutige Form vermutet der historische Text einen Zusammenhang mit der zunehmenden Verwendung von Karbid zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er beschreibt außerdem, dass zunächst kleinere Blechgefäße und später vermehrt Milchkannen das Erscheinungsbild prägten. Diese Darstellung gehört zur Geschichte des Brauchs; die Website enthält keine Anleitung zu seiner Durchführung.
Lärm und Feuer werden in der örtlichen Überlieferung als Zeichen des Frühlings und des Abschieds vom Winter gedeutet. Der genaue Beginn bleibt offen.
Die ursprüngliche Website vermutet die Entwicklung der karbidgeprägten Form im frühen 20. Jahrhundert. Ein genauer Erstbeleg wird dort nicht genannt.
Die hier gezeigten Originalfotografien aus fünf Jahrgängen halten Menschen, Begegnungen und die Osterzeit in Berthelsdorf fest.
Archivstand der ursprünglichen privaten Website. Ihre Texte bilden die Grundlage dieser neu aufbereiteten Dokumentation.
Wie wurde die Osternacht erlebt?
Der Archivtext berichtet, dass manche schon am Vorabend begannen und bis zum Morgen zusammenblieben. Dunkelheit, Feuer und die ersten hellen Streifen am Himmel geben den Aufnahmen ihren Rhythmus. In den Alben stehen deshalb Momentaufnahmen des Brauchs neben Bildern von Pausen und Begegnungen.
Die ursprüngliche Seite hebt ausdrücklich hervor, dass auch Mädchen und Frauen beteiligt waren. Sie beschreibt einen Brauch, den Jugendliche und ältere Teilnehmende gemeinsam lebendig hielten. Die Bildserien bewahren solche Begegnungen aus den Jahren 2003, 2004, 2005, 2006 und 2008.

Osterschießen und Osterblasen
Beide Bräuche gehören in Berthelsdorf zur Osterzeit, haben aber einen eigenen Ausdruck. Beim Osterblasen ziehen Blechbläser durch den Ort und spielen Choräle und Osterlieder. Das Osterschießen setzt daneben den weithin hörbaren, lautstarken Ostergruß.
Die historische Dokumentation beschreibt, dass die Schläge am Ostermorgen die Osterbläser begleiteten. Für das örtliche Osterblasen nennt die frühere Gemeindeseite die Zeit um 1870 und eine Wiederbelebung im Jahr 1958 durch die Brüder Widdascheck. Solche Angaben beziehen sich auf die Geschichte des Osterblasens, nicht auf ein Gründungsjahr des Osterschießens.
Erinnerung mit Verantwortung
Die historischen Fotos und Filme zeigen auch Handlungen, die gefährlich sein können. Sie dienen der Dokumentation und sind keine Anleitung oder Aufforderung zum Nachmachen. Bei Veranstaltungen sind Abstand, Gehörschutz und die Anweisungen der Verantwortlichen vor Ort zu beachten.
Fragen zum Archiv
Ist das eine aktuelle Veranstaltungsseite?
Nein. Dies ist ein privates Foto- und Geschichtsarchiv. Es nennt keine verbindlichen Termine, Treffpunkte oder Teilnahmebedingungen für heutige Veranstaltungen.
Welche Jahre kann ich anschauen?
Die fünf Fotoalben zeigen 25 Aufnahmen von 2003, 93 von 2004, 42 von 2005, drei von 2006 und sechs von 2008 – insgesamt 169 Fotografien. Die Videothek zeigt die beiden Hauptfilme „Aufbau Osterschießen 2008“ und „Osterschießen 2008 – Kurzfilm“ sowie 20 Clips aus 2004, 2005 und 2006.
Wer hat die Bilder gesammelt?
Alle Fotografien stammen aus der Sammlung von Sven Scholz. Die historische Lagekarte stammt von der ehemaligen Website der Gemeinde Berthelsdorf.
Kann ich die Fotos größer ansehen?
Ja. Klicke im Album auf ein Bild. In der Großansicht kannst du mit den Pfeilen blättern, eine Diaschau starten oder am Smartphone nach links und rechts wischen. Die Escape-Taste schließt die Ansicht.
Textgrundlage: ursprüngliche private Website „Osterschießen“, Archivstand 10. November 2008; ehemalige Website der Gemeinde Berthelsdorf, Bereich „Tradition und Brauchtum“. Die Texte wurden neu formuliert und historische Vermutungen als solche gekennzeichnet.